Das Coronavirus Survival Pack: Welche 5 New Work Maßnahmen jetzt helfen!

Der Coronavirus ist mit voller Wucht in der Weltwirtschaft angekommen, und zwingt auch viele Unternehmen dazu, sich anzupassen. Mit Einschränkungen in Bezug auf Reisetätigkeiten, Meetings, Konferenzen und Bürotätigkeiten gilt es nun, schnell neue Wege der Zusammenarbeit zu finden. Glücklicherweise wurden in den letzten Jahren bereits viele neue Arbeitsweisen entwickelt und in einigen Unternehmen auch etabliert. Die vielen Unternehmen, die dies bisher jedoch eher vernachlässigt haben, können nun zumindest davon lernen und schnell nachziehen.


Diese „New Work Maßnahmen“ können dabei jetzt helfen, um durch die Krise zu kommen:

  1. Virtuelle Meetings: Am schnellsten umsetzbar ist der Verzicht auf unnötige Reisen und Meetings, indem diese digital stattfinden. Selbst mit eingeschränkter IT-Infrastruktur haben Mitarbeitende oftmals die Möglichkeit, Smartphone, Tablet, oder PC zu nutzen, um sich mit anderen zu verbinden. Gängige Tools wie Zoom, Microsoft Teams oder Google Hangouts werden dazu aktuell von den Anbietern kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei der Gelegenheit können einzelne Richtlinien, z.B. zur Nutzung privater Geräte oder Installation von Tools überprüft und an die neuen Gegebenheiten angepasst werden.
    Beispiel: Google und Microsoft verschenken Videokonferenz-Tools
  2. Home Office: Etwas schwieriger ist für manche Unternehmen die komplette Verlagerung ins Home-Office. Ein Großteil der beschäftigten in Deutschland arbeitet zwar in „Bürojobs“, doch stehen nicht immer die notwendigen Geräte und Cloud-Anwendungen für alle bereit. In vielen Unternehmen ist jedoch der größte Hinderungsgrund für das Home-Office die Bereitschaft und das Vertrauen der Führungskräfte, dies umzusetzen. Zumindest hier kann also kurzfristig gehandelt werden, indem das Coronavirus zum Testen des Home-Office genutzt wird. Viele Unternehmen werden dabei feststellen, dass es funktioniert - und hoffentlich die Möglichkeit auch später nutzen. Mit der Aussicht, dass die Krise zumindest noch ein paar Monate andauert, kann jetzt zudem der geeignete Zeitpunkt sein, in IT-Infrastruktur und Geräte zu investieren. Die Ausstattung mit Laptops und der Kauf von Lizenzen für ggf. bereits vorhandene Cloud-Programme etc. wird sich auch dauerhaft lohnen, wenn die Beschäftigten dadurch flexibler und mobiler arbeiten können!
    Beispiel: Xing schickt alle Mitarbeiter ins Homeoffice
  3. Flexible Arbeitszeitmodelle: Der Coronavirus kann je nach Branche und Unternehmen nicht nur die Arbeit Einschränkungen, sondern Aufträge können auch ausbleiben, sodass Arbeit entfällt. Hier zahlt es sich aus, spätestens jetzt flexiblere Arbeitszeitmodelle zu erlauben, um die Krise abzufedern. Flexible Zeitkonten oder Vertrauensarbeitszeit kann dabei helfen, dass Beschäftigte weniger arbeiten, wenn weniger zu tun ist - und mehr, wenn es wieder aufwärts geht. Flexiblere Urlaubsregelungen, sowie die zeitweise Reduzierung von Arbeitszeit bis hin zum mehrmonatigen Sabbatical kann zudem dazu führen, dass Mitarbeitende die Krise nutzen, um Projekte für sich selbst anzugehen, mit dem Wissen, dass sie auch wieder zu ihrer vorherigen Basisarbeitszeit zurückkehren können. Durch Förderungen wie dem Kurzarbeitergeld und der krisenbedingten Notwendigkeit können diese Maßnahmen aktuell schneller und einfacher getestet werden - um auch langfristig davon zu lernen.
    Beispiel: Trumpf bietet Mitarbeitenden Wahlarbeitszeit an
  4. Selbstentwicklung: Falls die operative Arbeit tatsächlich ausbleibt, bietet dies die Chance zur Weiterentwicklung der Beschäftigten, welche sonst im Tagesgeschäft oft zu kurz kommt. Solange das Unternehmen es sich leisten kann, macht es somit Sinn, die Zeit von abgesagten Konferenzen, Meetings, oder sogar ausbleibenden Aufträgen zu nutzen, um den Mitarbeitenden neue Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Diese erstrecken sich dabei von der Bereitstellung von Online-Learning Zugängen über Online-Coaching bis hin zu Etablierung neuer digitaler Lerngruppen. So bietet die „Working Out Loud“ Methode zum Beispiel die Möglichkeit, sich digital in kleinen Gruppen regelmäßig auszutauschen, um persönliche Projekte strukturiert voranzubringen. Dies sorgt nicht nur für bessere Mitarbeiter und Kultur, sondern bestenfalls auch für das notwendige Zusammengehörigkeitsgefühl in der Krise.
    Beispiel: Working Out Loud bei Bosch und Daimler
  5. Selbstmanagement: Virtuelle Meetings, Home-office, flexible Arbeitszeiten und neue Entwicklungsmöglichkeiten können für Mitarbeiter zwar langfristig positiv, kurzfristig aber auch überfordernd sein. Daher gilt es, mit der Einführung solcher Maßnahmen auch das Selbstmanagement der Beschäftigten zu stärken. Hier sind insbesondere die Führungskräfte gefragt, um von vielleicht gewohnter „Command+Control“ - Führung zum Coaching überzugehen. Die benötigten Lösungen sind hier sehr individuell, wöchentliche (digitale) Teammeetings oder tägliche Stand-Ups und digitales Projektmanagement wie Trello oder Asana können aber zumindest dabei helfen, sich gemeinsam zu organisieren und zu unterstützen.
    Beispiel: Selbstorganisation von 10.000 Mitarbeitern bei Burrtzorg


Natürlich können und sollten diese Maßnahmen nicht alle 1:1 überall so umgesetzt werden. Es gilt zu reflektieren, was im Unternehmen möglich ist, was gebraucht wird, und was im besten Fall nicht nur kurzfristig relevant ist, sondern sich auch langfristig positiv auf die Unternehmensziele und Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt. Wenn der Coronavirus auf diese Weise dazu dient, neue Impulse zu setzen und darüber zu reflektieren, wie gearbeitet wird, kann die Krise zumindest auch einen positiven Effekt haben. Und mehr Unternehmen kommen nicht nur wohlbehalten durch die Krise, sondern gehen vielleicht sogar gestärkt aus dieser hervor.

LATEST POSTS