Die Zukunft mit Robotern sieht rosig aus - Tom und Jan von Bayer im Interview

Kommende Woche findet die World Class Work 2019 für Führungskräfte im Marriott Hotel in Leipzig statt. Hier finden sich die Entscheidungsträger und Führungskräfte der größten internationalen Unternehmen ein, um die neuesten Best Practices der Bereiche Workplace Transformation und Employee Experience zu diskutieren. Venture Idea wird natürlich von der Veranstaltung berichten. Bereits jetzt konnte Alexander Kornelsen  mit den Speakern Tom Beyer und Jan Tönnißen zu ihrem Vortrag The Challenge of Robotic Automation in HR sprechen.

Jan ist Head of Design & Build Enabling bei Bayer und Tom ist Head of Total Reward Processes / RPA HR Program Lead
Bayer.

Lieber Jan, Lieber Tom, die Zukunft sieht rosig aus: Mein Roboter saugt und wäscht für mich. Füttert die Haustiere und passt auf das Haus auf. Jetzt hilft er mir auch noch bei der Arbeit. Ist das nicht toll?

Tom: Oh ja, vor allem da er Dinge im Büro übernimmt, die in der Regel keinen Spaß machen. Daten von A nach B kopieren, lange auf Berichte vorm Rechner warten oder noch schlimmer, die Eingaben meines Kollegen auf Richtigkeit überprüfen.

Jan: So bleibt mehr Zeit, die wichtigen und spannenden Dinge anzugehen… und das ist gut für die Seele. Aber manchmal sauge ich trotzdem noch gerne die Wohnung.

Euer Vortrag auf der World Class Work 2019 lautet “The Challenge of Robotic Automation in HR”. Was ist denn die größte Herausforderung, der wir uns vielleicht auf Anhieb nicht bewusst sind?

Tom: Die größte Herausforderung ist nicht die technische Umsetzung, sondern die Erkenntnis, dass mit digitalen Themen auch immer übersteigerte Erwartungen einhergehen. So wünscht sich das Management meist signifikante Kosteneinsparungen bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität.

Jan: Aber aus Sicht der Mitarbeiter ist das aber nicht die Quelle unglaublicher Freude. Die Mitarbeiter sind eher an sinnstiftenden Aufgaben interessiert. Diese Widersprüche aufzulösen ist wohl die größte Herausforderung. Wir glauben hier einen guten Ansatz gefunden zu haben.

Bisher wird RPA (Robotic Process Automation) vor allem für Kundenservice über Social Media, E-Mails oder Telefonbetreuung verwendet. Wird sich dies bald ändern?

Tom: Ein RPA Bot kann einfachste Aufgaben übernehmen, die wiederholbar sind und manuell mit Tastatur und Maus verarbeitet werden können. In der 1. Evolutionsstufe also nur stupide Tätigkeiten bei denen Verstand und Kreativität keine Rolle spielen.

Jan: Und das wird sich ändern, sobald wir unsere Bots mit anderen digitalen Techniken kombinieren, z.B. mit künstlicher Intelligenz. Hier sprechen wir dann von der 2. Stufe der kognitiven Automatisierung. Aber die Realität ist immer anders als der Plan.

Forscher gehen davon aus, dass RPA zukünftig zu einer gesteigerten Arbeitszufriedenheit und intellektueller Stimulation führen. Ist dies bei euch schon eingetroffen?

Tom: Bei uns beiden, auf jeden Fall. Zunächst einmal macht es einfach unglaublichen Spaß sich mit Themen zu beschäftigen, die das Potential haben, das Leben in seinen Grundzügen positiv zu verändern.

Jan:  Ich glaube, es wird noch eine Weile dauern, bis sich die beschriebenen Effekte messbar positiven auswirken. Aber ich glaube fest daran, dass das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun, sich in einer höheren Zufriedenheit wiederspiegelt. Arbeit macht immer dann Spaß, wenn sie sich nicht wie Arbeit anfühlt.

Viele Menschen haben Angst vor der Automatisierung. Sie fürchten um ihre Jobs. Was ist eure persönliche Meinung dazu?

Jan: Ich kann verstehen, dass hier Ängste vorhanden sind. Aber man sollte nicht vergessen, dass wenn stupide Tätigkeiten automatisiert werden, der Kopf frei ist, um sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen. Ich glaube, die Art zu arbeiten wird sich verändern. Wir müssen die Menschen mitnehmen, Ihnen die Chancen aufzeigen und damit die Ängste reduzieren.

Tom: Im Endeffekt werden wir mehr Freiheiten haben, um uns wieder mit der einzigen Sache zu beschäftigen, die man nicht automatisieren kann: Die Menschlichkeit. Und in der Zwischenzeit arbeiten die digitalen Helfer, finanzieren unser Leben und zahlen Steuern. Und ich denke schon, dass ich das noch erleben werde (zwinkert).

Vielen Dank für das Interview.

Venture Idea ist Medienpartner der World Class Work 2019. Wenn ihr Tom, Jan und die anderen Speaker live erleben wollt, bekommt ihr mit dem Code VentureIdea die Karten für die Veranstaltung ermäßigt. Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website der World Class Work 2019. Sie findet am 10. und 11. September in Leipzig statt.

LATEST POSTS